Main Theme Records – 41 Karat
Lustiges Paradoxon: Die 3 Hauptprotagonisten dieses Samplers sind zum einen zwar sehr stark im Berliner Untergrund verwurzelt, jedoch momentan grade bei dem jüngeren Publikum wohl hoch im Kurs, spielen sie doch die Hauptrolle in der Viva-Semi-Reality-HipHop-Doku-Soap "Unser Block", bei dem sie den Weg vom Rookie-Rapper bis hin zum Deal durch Kool Savas "nachspielen".
Unabhängig von dieser wahnsinnig innovativen Idee, die uns im Fernsehen präsentiert wird, handelt es sich bei She-Raw, Serk & Amun jedoch tatsächlich um sehr gute MCs und im Falle Serks auch um einen guten Producer. Dieser Sampler besteht hauptsächlich aus Representer-Tracks, rund um ihre eigene Person und natürliche ihre Heimatstadt Berlin. Beat-technisch geht es sehr nach vorn und es wird viel Wert auf den Einsatz von Synthis gelegt.
Zwar ergänzen sich die 3 zu einem guten Team, jedoch reicht die gemeinsame Leistung nicht für die Play-Offs. Dieser Sampler bietet einen guten Einblick in die Fähigkeiten der MCs, jedoch muss man sagen, das im Vergleich zu weiteren Releases der Artists (speziell She-Raws Solo-LP), man hier doch hinter den Möglichkeiten blieb.
Ein guter Sampler den man sich ab und an mal geben kann, von dem aber leider nicht viel haften bleibt.
FauAhBee
MC BOGY – Geballte Atzenpower (BerlinCrimeEntertainment 2005)
Er nennt sich selbst den Atzenkeeper, er sieht aus wie 'nen Skinhead, und man will ihm eigentlich nicht im Dunkeln begegnen, wenn man sein Cover sieht. Also kann man sich auf harte Musik gefasst machen. Auch die Liste der Features ist nicht von schlechten Eltern (B-La$h, Vork, Frauenarzt uvm.)
So geht es los mit der Atzenpower und es wird erklärt, wer Atzen sind, was Atzen machen und auch wo sie es machen. Nicht unbedingt was neues, aber Bogy kann rappen und wirkt irgendwie authentisch. Zudem kommt das die Beats echte Kopfnicker sind, und auch Vorurteile gegen sein äußeres oder die Atzen an sich dürfte man sich, wenn man genau hinhört, auch gleich mal auf den Kopf schlagen. So sind Tracks wie "In Berlin" oder "Leben im Regen" ziemlich stimmig und sind gut hörbar. Die features sind gut ausgewählt und passen (ausser vielleicht Flers).
Der Rap ist hart aber stimmig, ich würde es nicht mit AGGRO oder Bushido vergleichen es ist anders, sogar ganz gut. Dennoch ist "deutscher Gangsterrap" nicht mein Ding und wird es auch nicht werden, dennoch gute Beats, gute Rapper und auch ein gutes Album.
sepimpel
Mike Jones – Who Is Mike Jones (Swishahouse 2005)
Mal wieder etwas aus Down South, diesmal aus dem Swishahouse, welches vor kurzem von Universal geschluckt wurde. Ja ja, Major-Deal heißt das ... das wird von dem Rapper Mike Jones auch ca. 4 Millionen Mal erwähnt, neben seiner Cell-Phone-Nummer, die er bestimmt nur durchgibt, damit ihn die Frauen anrufen die ihn vorm "Major-Deal" nicht wollten ... ach ja das Leben ist hart.
Das sich aber auch solch lyrisches Flachland gut unters Volk bringen lässt, zeigen ja die guten Verkaufszahlen, sicherlich sind schon einige gute Tracks drauf, die aber mehr vom Beat und den Stimmen leben als den Texten. Alles in allem nicht viel neues zu holen ... ich zitiere mal DJ G-Funk ( ;) ) "gab's doch alles schon" Das Album steigert sich zum Ende zwar leicht ... aber mir will's nicht gefallen.
Auch wenn der Name zur Zeit sehr präsent ist, aufgrund von Features (Ying Yang, Missy) und sonstigen Promos (in XXL, Source etc.), der Artist scheint wirklich noch nicht zu wissen, wer er ist und sein will ... Don't believe the Hype!
FauAhBee
Missy Elliott – The Cookbook (2005 Warner)
5tes Album und immer noch frische Kost nach neuem oder altem Rezept?
Missy hat angesagte Features, nix neues, Timbaland Beats, nix neues. Versponnen Elektro, leicht Retro-angehauchten Sound ... nix neues.
Sie sampled "Apache" von der Sugarhill Gang ... Hammer-Idee ...
Sie sampley Cybotron ... Hammer-Idee ... Miami Bass Revial?
Nein wohl eher nich ...
Der omnipräsente Scott Storch enttäuscht auch ein wenig, auch sein "Meltdown" lässt mich mit der Platte nicht warm werden. Natürlich bounct das Ding hier und da höllisch, aber natürlich ist Missy nicht plötzlich Jiggas Rhymebook in den Schoss gefallen, so dass hier rhymetechnisch echt nicht viel geht, die Thematik mal ganz ausgenommen ...
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass alles schonmal gehört zu haben, dadurch wirkt das Album erstaunlich lange ...
was es mit 63 minuten auch ein wenig ist ... Missy hat sich einfach die Ideen der letzten Alben neu zubereiten lassen, teils mit anderen Gewürzen und Kochuntensilien, dennoch will's nicht wie eine Greates Hits klingen, weil die wirklichen Kracher fehlen.
Fazit: Viele Köche verderben den Brei ... und das nächste mal lieber doch nur Timbaland würzen und rühren lassen.
FauAhBee
The Majesticons - Beauty Party (Big Dada Rec.)
Frauen in Reiterhosen sind schon etwas Besonderes. Vor allem wenn sie ausser der Reiterhose kaum bekleidet sind. Eine solche Schönheit ziert das Cover meiner neuesten Empfehlung an alle Musik- und diesmal auch Partysüchtigen. Neben der Dame findet man ein Glas Sekt oder sei es auch Champagner sowie ein Schachbrett, mit einem leicht vorgerückten Springer. - Na, wenn das keine Einladung auf die "Beauty Party" ist, da weiß ich auch nicht.
Los geht's mit einer "Intro Party" , um dann gleich schwer durchzustarten mit einer "Piranha Party" . Es folgen unter anderem "Prom Night Party" , "Platinum Blaque Party" , "Game Party" und zu guter letzt eine "San Trope Party" . Big Dada Records mögen einige kennen, weil sie 2001 Roots Manuvas geniales "Run Come Save Me" veröffentlichten. Damals ging es um schweren HipHop. Kein Zweifel - "Beauty Party" ist ein HipHop-Album, aber es vermittelt eine gute Laune, wie es früher nur De La Soul, Digital Underground oder veilleicht MC Lyte vermochten. Das ganze ist dermaßen funky verpackt, dass man meinen möchte George Clinton persönlich ist im Wohnzimmer des Hörers.
Und wer es mit Partys nicht so hat, der kann auch glücklich werden - einfach zurück lehnen und der Botschaft lauschen! Ja, wirklich, es gibt eine Botschaft; eigentlich sind es sogar vier "Lesson" , die dem Hörer mitgegeben werden. In meinen Augen die - schmunzelnde - Antwort auf Bootzilla, J-Lo und George W.
In diesem Sinne: Besorgt Euch die Scheibe! (Nein, ich habe keinen Vertrag mit Big Dada Recordings)
(L.M. - 12.02.2003)
Mario Winans - Hurt No More (Bad Boy Records 2004)
Mario Winans stammt aus einer in Gospelkreisen berühmten Familie. Soul nahm der sozusagen mit der Muttermilch auf. Früh lernte er Percussions und Klavierspielen. Nach seinem Schulabschluß wendete er sich dem Produzieren zu, wobei er nach diversen Arbeiten für Gosperlküstler, nicht nur aus der Winans-Familie, unter anderem mit R. Kelly zusammenarbeitete und so die Wende zur zeitgenössischen, weltlichen Musik vollzog. Glück für uns. Relativ spontan brachte er 1997 bei Motown Records (wo sonst?) sein Solodebüt "Story of My Heart" heraus - der kommerzielle Erfolg blieb ihm versagt. Mittlerweile unter den Fittichen von P. Diddy bei Bad Boy gelandet, halten wir heute Mario Winans' zweites Album "Hurt No More" in den Händen. Und nachdem "I Don't Wanna Kow" als vorab-Single schon in die Top-5 der Billboardcharts kletterte und auch im heimischen Club und Wohnzimmer die Leute begeistert, sollte dem Album auch ein gewisser Erfolg zuteil werden.
Winans hat alle Tracks seines Album selbst produziert, P. Diddy ist executive Producer. Es ist angenehm einen Künstler zu hören, der sein Handwerk vollständig beherrscht und nicht durch die geschickte Produzentenwahl den Erfolg schafft. "Hurt No More" ist eines der besten der R&B-Alben, die in jüngster Zeit veröffentlicht wurden. Einige Bad-Boy-Künstler werden gefaetured, aber immer bleibt Mario Winans mit seiner Interpretation bestimmend. Mich erinnert er etwas an Jaheim, der uns 2001 mit "Ghetto Love" begeisterte. Übrigens ist Mario Winans nicht mit Mario zu verwechslen, der mit "Tameeka" und "Just A Friend 2002" überzeugen konnte.
L.M .
Mary J. Blige – Love & Life (Geffen/Universal)
Um an die glorreichen 90er Jahre anzuknüpfen tritt Mary J. Blige auch gleich als Executive Producer auf. Trotzdem fällt dieses Album vor allem aufgrund der reichen Unterstützung auf. P. Diddy, Produzent an Marys Seite, gibt auch gleich das Intro zum Besten und sagt uns, dass Mary die Größte sei. Hat er nicht ganz unrecht mit. Mary J. Blige ist sehr erwachsen geworden, so fehlt mir etwas Energie und Schwung auf ihrem Album und zum Teil klingt es etwas rückwärts gewandt. Nicht nur wenn sie mit Method Man auf A Tribe Called Quests Beat von „Hot Sex“ nun „Love @ 1st Sight“ erklärt. Das @ steht da wirklich, hat sie aber nicht nötig. Überhaupt geht es viel Liebe, Beziehungen und (doch noch) Sex. Ansonsten nicht viel Neues, nur jede Menge sehr guter R´n´B und mindestens drei Tanzflächen füllende Singles: der Kracher dabei dürfte „Not Today“ mit Eve sein. Mary ist nach wie vor im Geschäft, nur ihre Führungsrolle hat sie an Erykah Badu und Kelis verloren, aber das macht ja nichts.
MED – Push Comes To Shove (2005 Stones Throw)
Dieses Album lebt eindeutig von den hervorragenden Beats von Madlib. Leider kann MED das Niveau seinerseits nicht halten. Trotz teilweise guter Hilfe (u. a. J-Dilla) gibt es Rap-technisch kein Highlight zu hören. Schade, erscheinen doch sonst so schöne Platten bei Stones Throw und sind doch auch hier die Instrumentale wahre Leckerbisser. Besonders gefällt mir das Bilal-Sample auf "Never saw it coming". Dann ist das ganze noch durch etwas viele Interludes zerstückelt, was das entspannte Durchhören weiter erschwert. Wären nicht die regelmäßigen Lichtblicken in Sachen Beat, würde man früh abschalten.
Melotion/Nemo/Numbat – Loser
Sind wir nicht alle ein bisschen Loser? Das hier vorliegende Produkt ließ mich beim Hören doch mal spontan "Oha" sagen :-). Es gibt in Deutschland doch noch innovativen Rap, der dies nicht von sich selbst behaupten muss und dabei lediglich im Trend liegende Ami's wie D-Block oder Dipset nachahmt. Die Beats sind chillig aber treibend, die Lyrics sind bildlich und stets on Point und selbst die Qualität ist für ein vermeintliches "Underground" Projekt enorm gut.
Wer sich in der Braunschweiger Szene ein wenig auskennt, ist sicher schon auf Namen wie F.R. (don't believe the hype ;)), Innacity, Racka Gee oder Mystic Dan gestoßen. Mit der FSK, kurz für FreestyleKlique, gesellt sich eine sehr talentierte Crew dazu, die sich durch einen enorm fetten eigenen Styles kennzeichnet, was die beiden FSK-MC's Nemo & Numbat hier auf ihrer Collabo EP beweisen. Dieser Silberling ist zwar für jede Lebenslage tauglich, doch meiner ganz persönlichen Meinung nach, besonders mit 2 Kästen Köstritzer annem Strand zu genießen!
Zu beziehen ist dieser "Rapshit" im Recordstore in Braunschweig für nen 5er oder unter fsk@gmx.info . Weitere Infos kriegt ihr unter www.omenrec.de .
FauABee
Memphis Bleek - M.A.D.E. ( Roc-A-Fella 2003)
Bei Roc-A-Fella geht einiges! In letzter Zeit neige ich dazu, die vorgstellten Alben sehr gut zu bewerten. Es sind eben die, die ich mir selbst kaufe! Wie ist es bei "M.A.D.E."? Es liegt jedenfalls auf hohem Niveau. Man hört, dass die Produzenten ihr Fach verstehen. Maßgeblich beteiligt ist Jay-Z. Hinzu kommen einige Top-Features, die sehr geschickt ausgewählt wurden. Rechtfertigt Memphis Bleek diesen Aufwand? Ich finde er sticht nicht außergewöhnlich hervor. Sein Flow ist (zwar gut, aber) nicht überragend, so lebt das Album von den Kopfnickerbeats, den Partyhymnen und Scratcheinlagen. Das ist schon viel, aber dazu kommen noch schöne Balladen, zum Beispiel mit Donell Jones. "M.A.D.E." ist ein ungeheuer guter Soundtrack für alle Gelegenheiten. Nur bitte fahrt kein Auto, der Track "Hypnotic" trägt seinen Namen zu recht und könnte fatale Folgen haben. Reinhören solltet ih in "Just Blaze", "I Wanna Love U" und "Murda Murda".
L.M.
Method Man - Tical 0: The Prequal (Def Jam 2004)
Es gibt ein neues Album von Method Man und es ist gut. Nicht nur, weil Meth so ein begnadeter MC ist, sondern auch weil es über ziemlich coole Beats verfügt. Im Allgemeinen sind sie ein bisschen elektronisch, teilweise so fett wie bei "Da Rockwilder" und oft auch cool groovend, als wären sie von Erick Sermon oder Dr. Dre. Das gilt vor allem für die Kollabo mit Snoop Dogg (und Redman) "We Some Dogs". Absolut geil ist auch der Auftritt von Kardinal Offishiall bei "Baby Come On" . Auffällig finde ich, dass Redman nur einen Auftritt hat und dieses Feature auch noch mit Snopp teilen muss. Dem Album schadet das nicht, vielleicht auch weil nach "How High" die Drogen hier nicht so im Vordergrund stehen.
(L.M. 13.06.2004)
Michael Mic – Tage des Donners (Big Bud, 2005)
Es ist 2005, eine wahre Flut von deutschen Rap-Releases überschwemmt den Musik-Markt.
Selbst dem Kenner fällt es schwer unter der großen Auswahl noch echte Perlen zu finden, jedoch kann man sogar auf der schon so oft geplünderten Insel Berlin noch kleine Schätze bergen, kommt einfach mit auf das "Big-Budventure" und seht bzw. hört selbst ...
Whoa!!! Michael Mic bringt nach zahlreichen Collabo-Alben, u. a. mit Plaetter Pi & Taichi, endlich sein Solo-Debüt an den Start. "Tages des Donners", ein Titel der erstmal aggressives erahnen lässt, enthält wider erwarten sehr viele chillige "langsamere" Tracks die thematisch zwischen Battle und deepen Stories pendeln, sowie einige wahre Bretter wie die Tracks "Tu es" mit Robud Styles oder das "Big Budventure" mit Smoke & Sha-Karl.
Diese Mischung ist im erste Moment gewöhnungsbedürftig, kennt man ja von Michael sehr viel mehr Bounce-Mucke als G-Funk'esque beats á la "viewtiful mic", aber nach einer Zeit entwickelt das Album ne verdammt mitreissende Wirkung.
Die Beats, die allesamt aus Michaels Feder stammen, sind durchweg elektrisch gehalten, wobei sich gewisse Inspirationen in den USA erahnen lassen, wobei er im Gegensatz zu anderen Producern in Deutschland es schafft, den Klang eigentümlich und dennoch fresh zu belassen.
Durch Sha-Karl hat er ne starke Konkurrenz und das im eigenen Haus, im direkten Vergleich kann "Tage des Donners" nicht mithalten, da soundtechnisch einfach die Abwechslung fehlt. Dennoch ist es eine Veröffentlichung die ganz klar die Erwartungen fürs erste "richtige" Album von Michael Mic erfüllt und nur noch mehr auf Kommendes hoffen lässt. Definitiv ein Album dessen Tracks öfters mal ne Party rocken werden ... PUT THE CAT IN THE OVEN!!!
(FauABee, Mai 2005)
Mobb Deep – Amerikaz Night Mare
Nach 10 Jahren im Spiel sind die beiden zwar nicht mehr "Infamous", haben sie doch schon zahlreiche Tourneen weltweit absolviert, aber dafür sind sie immer noch die alten "Thugs" aus QB, die ihre "Bridge rappen".
In einer Dekade ändert sich schon eine Menge, selbst bei Havoc und Prodigy, die MPC wird durch Pro-Tools und Logic ersetzt,Samples durch Synthi-Strings, Einfach - durch Doppelreime, aber eins ist ihnen geblieben, eine unnachahmliche Tiefe und Atmospähre in ihren Stücken.
Neben Havoc halfen noch Alchemist sowie Red Spyda ihren Teil dazu beizutragen und wer anders als "MC Marktschreier" aka Lil' Jon solle die Ehre bekommen, das Gesamtbild zu trüben ... Trotz des mit "Real Gangstaz" betitelten Absturz-Song is das Album ingesamt sehr gelungen und empfehlenswert, vorallem für Fans und erst recht für Headz für die der Mobb unglaublicherweise immernoch "Infamous" sein sollte!
In diesem Fall schlag ich vor nicht zu warten, denn wie Prodigy selbst schon rappte "... you can run, but you can't hide forever"
FauABee
MOK – Muzik oder Knast (Sektenmuzik 2005)
Ich geh aufs Kloh und kack mir meine Texte\ Während du drei Tage brauchst und zum Schluss kommt nichts bei raus\
– Sido in „Westberlin“. Dieses Zitat will ich am Anfang einfach mal im Raum stehen lassen!
MOKs „Muzik oder Knast“ umfaßt grade mal dreizehn Tracks inklusive zwei Remixes sowie In- und Outro. Quantitativ wird also schonmal nicht viel geboten. Es dürfte keinen überraschen, dass die üblichen Verdächtigen wie B-Tight, Sido, Frauenarzt u.s.w gefeaturet werden. Für die Beats, die alle im schlichten Elektrogewand daher kommen, ist Fuego verantwortlich. Der Remix von „ich bin back“ kommt übrigens auf dem Instrumental von „lean back“ daher. Der Hauptprotagonist MOK schießt echt den Vogel ab. Man kann sich nicht erinnern, wann man zuletzt so langweilige „Punchlines“ gehört hat. Battlerap in Ehren, aber inhaltlich und raptechnisch bewegt sich „Muzik oder Knast“ auf einem sehr schwachen Niveau. Harter Rap ist sicher schön und gut, aber es gibt hunderte die das besser können.
Hardcorefans dieser Ecke kommen vielleicht auf ihre Kosten. Ich persönlich war froh als ich dieses Album zuende gehört habe. Es fällt schwer dem Album etwas abzugewinnen, einzig und alleine die Beats haben ein ordentliches Level. Der Rest entspricht in etwa dem Zitat, dass ich oben genannt habe. Man kann MOK bestätigen, dass etwas dabei herrausgekommen ist, aber leider hinterläßt es einen unangenehmen Geruch!
Firmament
Ms. Jade - Girl Interrupted (BeatClub)
Mit "Girl Interrupted" und Ms. Jade hat Timbaland mal wieder zum großen Schlag ausgeholt! Pünktlich ein Jahr nach Bubba Sparxx zeigt er, dass man HipHop weiter entwickeln kann. Dabei sind es nicht nur die Produktion oder die Beats, sondern auch der junge und harte Rapstil Ms. Jades. Ms. Jade ist gerade mal 23 Jahre alt und wird von trotzdem schon Phily's Finest genannt. Das mag übertrieben sein, aber Girl Interrupted hat es in sich.
Es bietet gewohnt innovative Timbaland-Beats mit reichlich Transformer-Einsatz über die ganze Geschwindigkeitsskala und wird dabei durch Ms. Jades Reime ständig angetrieben. "Feel the Girl" war die erste Singleauskopplung und konnte auf Anhieb mit einem tanzbaren beinahe Uptempo-Beat und gedoppelten und überlagerten Background-Vocals überzeugen. Die aktuelle Singel "Ching Ching" ist seht viel langsamer und konkurriert eher mit Bubba Sparxx' "Ugly" - nur ist "Ching Ching" eben aus Tims Bio Stand 2002! Wer Missy Elliotts "Under Construction" für ein starkes Album hält, der sollte auch bei Ms. Jade nicht lange zögern! Bevor Timbaland die nächste Entwicklungsstufe zündet. Übrigens habe ich das Vinyl für preiswerte 15,50 Euro erstanden; es kommt allerdings im schwarzen Lochcover mit großem Aufkleber. Aber das ist immer noch besser, als 22 Euro für eine Busta-Rhymes-LP, ebenfalls ohne Picturecover, zu bezahlen. Da rate ich dann zum DSL-Anschluss.
(L.M. - 19.12.2002)
Nico Suave – Mit Liebe Gemacht (2005 No Limits/Edel)
Man kennt ihn vielleicht durch Beiträge für Eins Zwo oder seinen Klassiker „Vergesslich“ – Nico Suave. Nach 4 Jahren bringt der Sauerländer nun wieder eine LP auf den Markt, die laut Titel einiges verpricht. Tatsächlich braucht man nicht lange zu warten, bis man erste akustische Reize vernimmt, die sich im Gehörgang festsetzen.
„Tanzpalast“ kommt genauso rüber wie es heisst, ansteckend bouncig. Dass MP3-DJs, Discoprolls und ähnliches ihr Fett weg kriegen, dürfte wenige stören. Der nächste Track „Oh Yeah“ fällt vorallem durch seine flinken Lyrics auf. Ansonsten sollte man „Spiel“, eine Story über ein armes Schwein, „Ich Währe So Gern Wie Du“, eine Hommage an den Neid featuring Blumentopf, und „Nie Mehr“ mit Beginner-Support nennen. Die weiteren Songs und Skits sind sicher nicht schlecht, finden aber keinen Weg in das Langzeitgedächtnis. Musikalisch findet man einen bunten Mix aus bewehrten Sampling- und moderneren Synthibeats vor. Angenehm fürs Ohr sollte hier vorallem nochmal „Nie Mehr“ erwähnt werden.
Dieses Werk enstand definitiv mit einem gewissen Maß an Herzblut und hat seinen Namen verdient. Die Mischung aus Bounce- und Denkanstößen ist auch gelungen. An einigen Stellen kommt allerding das Gefühl auf, dass hier und da Zutaten benutzt wurden, die nicht ganz dem Konzept entsprechen. Wenn man auf Hamburgrap steht ist man bei diesem Album genau richtig.
Firmament
Ol' Dirty Bastard – Osirius (2005 Rough Trade)
"Ich wär gern Fame mit Rap doch macht der's erst aus einem wenn man tot ist"
Stimmt bei ODB aka Dirt Mcgirt nicht ganz, schließlich hatte der seine ruhmreichen Zeiten weit vor seinem tragischen Tod.
Zwar war er zum Zeitpunkt der Aufnahmen für diese posthume Werk schon lange nicht mehr im Mittelpunkt des medialen Interesses, was jedoch durch sein Comeback behoben werden sollte, jedoch kann man ihm nicht vorwerfen er hätte seinen Zenit überschritten.
Es scheint als gab es im Leben des Russel Jones nur Musik als die eine Konstante, die während oder neben seinen Drogenentziehungskuren und Therapien ihn nicht im Stich ließ. Was hier vorliegt ist das was wir schon bei vielen Rapper erleben durften: Rapper stirbt, man kratzt ein paar Tracks zusammen (ich behaupte mal das es nicht neu aufegenommenes war, sonst wäre es kein MIXTAPE, was es 'eh nicht ist) und fertig ist eine wahrscheinlich gutlaufende Scheibe.
Schlecht ist sie nun wirklich, es werden einige gute Stücke geboten, Premo hat nen guten Mix gemacht und selber einige gute Beats eigesteuert, aber irgendwie ist das ganze nicht das, was man sich von einem Wu-Tang erwartet.
Ein leider, seit den letzten Ghostface und Raekwon LPs, häufiger auftretendes Gefühl.
Jedoch macht das nicht wirklich etwas, weil ODB im Gegensatz zu seinen Kollegen recht gut abschneidet, die Platte ist beattechnisch abwechslungreich, und auch wenn er nicht mehr so verrückt wie früher ist, bietet er gutes Entertainment.
Kein Must Have aber durchaus 'ne gute Platte.
FauAhBee