Eko Fresh pres. German Dream Allstars (2005 German Dream Entertainment)
Nach ewiger Schmach, Lästereien, Vorwurf des Ausverkaufs startete Eko Fresh mehr oder weniger ein Comeback zu seinen Wurzeln. Auf dem Sampler "Eko Fresh presents German Dream Allstars" stellt er sein Label plus seine Labelkollegen vor, sowie gleichzeitig auch klar, dass sich jene, die sich in der Vergangenheit schnell mit Disses gegen seine Person bedienten auf der Hut sein müssen, da er "wieder wie früher rappe", was er wohl als Drohung verstanden sehen will.
Das Album ist mit 18 Tracks (ein Intro, ein Outro) randvoll gepackt und lässt sich dennoch gut durchhören.
Beat-technisch wird enorme Abwechslung bei Produktion auf höchsten Niveau geboten.
Kingsize und Co. machen ihren Job sogar so gut, das man die Ami-Features als vermeintliche Bootlegs betrachten könnte.
Inhatlich wird gebattlet was das Zeug hält, "gebraggt" und "geboastet" und auf jedenfall viel gestylt.
Alle Trittbrettfahrer haben auf jedenfall wieder viel zum nachahmen was Tripple oder Quadruple-Rhyme-Kombination angeht.
Beachtenswert dabei ist, das fast jeder der German Dream Artist mit Eko mithalten kann, lediglich Emily und Capkekz sind ein bisschen hinten ran.
Fazit: Eko Fresh macht Ansagen und betitelt sie so. Diese Compilation ist qualitativ deutlich höher anzusiedeln als viele andere Sampler aus dem Optik & Aggro-Lager. Das Problem besteht lediglich darin das den MCs bis auf Eko das gewisse Charisma fehlt, um ihnen länger zuhören zu wollen. Lediglich ein Track ohne (mehr oder weniger) Eko Fresh kann wirklich überzeugen ("HooD"). Dennoch für alle die Ekos erste EP auf Royalbunker mochten, sehr zu empfehlen, es besteht fast keine Ähnlichkeit zu Releases ala "L.O.V.E." oder "Ich bin jung...", und an alle Hater, hört's euch einfach mal an, es lohnt sich, auch wenns nicht zu lang im Player bleibt.
FauAhBee
Erykah Badu – World Wide Underground (Motown/Universal)
Irgendwie unscheinbar, man kann es schon mal übersehen unter der Vielfalt der Platten und CDs, das Cover des neuen Albums der Führerin des Neo-Soul. Wenn man dann genauer hinschaut, stellt man fest, dass E. Badu höchst selbst das Ende des Neo Soul verkündet, ja den Tod. Dafür sei „Freakquency“ geboren; na dann mal los. Sehr entspannt geht es zu beim Hören, wer die früheren Alben mochte, wird dieses lieben. Viel Neues gibt es, mehr Funk, Jazz und Rock. So wie sonst nur Jill Scott kann Erykah Badu das Publikum mit ihrer Stimmer verzaubern. Da macht es gar nichts, wenn streckenweise nur Dun-Da-Da-Dun Dun Dun gesungen wird. Aber Achtung, es gibt auch etwas zu sagen und damit Erykah Badu nicht alleine die Erlösung verkünden muss, hat sie sich Queen Latifah, Angie Stone und Bahamadia an die Seite geholt. Den Rest solltet ihr selbst herausfinden, was dank moderater Preise – 12 Euro bei meinem Lieblings-Händler – nicht schwer fällt. Vielleicht findet ihr dann auch die Dead Prez. oder stolpert über die Gitarre von Lenny Kravitz.
Exzess One – Jamberg Über Alles (2005 Jamberg Entertainment)
Schweres Geschütz rollt durchs Wohnzimmer. Es kommt vom neuen und ersten Solo-Album des Amberger Rappers Exzess One "Jamberg über alles". Exzess One, vormals Teil der Wortkommission mit DJ Mahoes, hat sich vom Produzenten Pro-Du-Sir eine Reihe harter Beats schreiben lassen. (Natürlich ist auch Mahoes mit von der Partie.) Gemeinsam mit über 10 Gastrappern wird gebattled wird, was das Zeug hält. Schon will man die CD tief im Regal verstauen, da tauchen nachdenkliche Tracks wie "Es ist falsch" oder "Fick die Welt" auf. Über letzteren singt Cee-Mone einige Zeilen, aber es will nicht so recht passen.
"Jamberg über alles" bleibt ein Battle-Album. Dafür sorgen die Beats, Exzess-Ones Zeilen und auch die Feature-Rapper sind passend gefunden wurden: Big Derill Mack (Royal Bunker/Berlin), Mad Maks (Springstoff/Berlin), Sprachtot (Unterdrukk Music/Mannheim) und mehr. Gut, das muss ja nichts schlimmes sein. Es trifft den derzeit angesagten Ton und wird sicher (!) Erfolg haben. Ein Grund dafür ist auch die durch und durch professionelle Produktion, die vollständig in den eigenene Studios in Amberg erledigt wurde. Trotz der harten Linie, von der kaum abgewichen wird, ist das Album abwechslungsreich und vielseitig zwischen den Polen Battle, Club und "Inhalts-Rap".
Für Anhänger des jüngeren deutschen HipHops ist die CD Pflicht. Alle anderen hören eh nicht rein.
Was sagt sepimpel dazu?
So, weil heute Montag ist, gibt's heute mal 'ne Reviews aus dem Süden. Sie ist von Exzess One, von dem man vielleicht schonmal was in Form der Wortkommission gehört hat. Er hat jetzt nach einem Wortkommission-Album und einer Menge Ft. und Mixtape Beiträge ein eigenes Album am Start. Das Album wurde größtenteils von Pro-du-sir produziert und er hat neben seinen eigenen Styles auch noch eine dicke Ft. Liste mit Big Derill Mack, Sprachtot u. v. a.
Kommen wir zur Akustik. Was gleich auffällt ist die gute Qualität der Produktionen und der Abmischung, auch wenn es ein Streetalbum ohne dickes Label im Hintergrund ist, ist der Sound sehr vernünftig. Was auch sofort auffällt ist der Akzent des Interpreten, und ich bin ehrlich: Irgendwie stört mich das in Verbindung mit seiner Stimme. Dennoch hat der junge Mann einen recht guten Flow der jetzt vielleicht nichts besonderes ist, aber es geht gut über die sauber produzierten Beats. Nach längerem Hören, so in der Mitte des Albums, stellt sich irgendwie leichte Langeweile ein. Die Beats sind alle dick und heftig ... aber es entspannt sich nicht, und irgendwie ähneln sich die Flows auch zunehmend, man hat trotz Features und auch einem deepen Track zwischendurch das Gefühl, dass man eigentlich alles gehört hat, was Exzess zu bieten hat. Die meisten Tracks sind halt Representer oder Battletracks und das zieht sich so durchs ganze Album.
So ist das Fazit eigentlich nicht allzuschwierig. Es ist halt eine ganz gute Platte, kein Highlight aber auch auf keinen Fall schlecht. Reinhören kann man und das Album wird sicherlich Anhänger finden, vor allem in südlichen Regionen. Ein wirkliches Highlight konnt' ich jetzt auch nicht festmachen. Das Album ist halt durchweg solide, kein Überflieger und auch kein Schrott.
sepimpel
Fabolous - Real Talk (2004 Desert Storm)
Fabolous spricht Tacheles ... naja mal wieder.
Das Album is gut produziert, soundet besser als die davor, das wars dann auch schon.
Irgendwie verbraucht sich alles mal, und ich kann Fabs Flow nicht mehr viel abgewinnen.
Sicher, Scott Storch hat ihm ein Brett gebaut und es wurde auch eine Single, sicher er hat mal wieder Nate Dogg und Pharell dabei, sicher Breathe war eine Killer-Lead Single, aber sicher ist auch, das mehr in dem Album wirklich nicht drin steckt.
Erstes Album war noch fresh, wow soviele Doublerhymes, zweites Album war schon bisschen mit bitterem Nachgeschmack, die Singles kamen teils wirklich zu soft, das Street-Mixtape ließ hoffen, Fab burnt noch, nun ist er "richtig" back und es hat sich nicht viel geändert bis auf das Cover.
Mehr Schein als Sein, ich hab auch kein Patentrezept, was Fab braucht damit das nächste Album wieder bangt ... hmm vielleicht doch, was eigenes wäre ganz gut...
FauAhBee
Fabolous - Street Dreams (Desert Storm/Elektra)/Lewis Parker - It's All Happening Now, the ancient series three (Virgin)
Obwohl hier zwei ziemlich gegenteilige Alben antreten, sind die Besitzer der Allstars-CDs auf beide bestens vorbereitet. Lewis Parker ist mit dem herrlich melancholischen "Incognito" auf "Brown Sugar" vertreten. Und Fabolous gab es auf "Crazy Vibez 2" eben gleich zwei mal. Mit "Street Dreams" liegt nun Fabolous' neues Album vor. Überraschungen gibt es eigentlich nicht, höchstens dass es eher ruhig ist. Der erste Eindruck ist ein optischer und betrifft das Cover: F. in blauem Pelz vor einem ziemlich schnellen Auto, im Ohr ein Juweliergeschäft. Lässig halt aber durchgefallen. Und was bietet die Musik? Erste Singleauskopplung ist "This Is My Party" , das Ihr aus den Clubs kennen dürftet, und das auf die amerikanische groovende Art durchaus partyfähig ist. Die Beats sind recht abwechslungsreich und Fabolous' markante Stimmlage wird reichlich konterkariert durch Backgroundvocals (vermutlich von schönen Frauen) und gut ausgewählte Features. Erwähnenswert "Up On Things" mit Snoop Dogg. Wobei dieser Track am ehesten in alten Spuren bleibt und keine Innovation ist. Ausserdem gibt es Features von Missy Elliott, Paul Cain, Mike Shorey & Lil' Kim, Ashanti (überflüssig) und von Mary J. Blige. Gemeint ist der Track "My Life" , der verdammt ähnlich Jay-Los aktueller Schnulze (mit LL Cool J) ist. Wer hat da wieder von wem gecovert? Keine Frage jedoch, dass Mary deutlich besser mit ihrer Stimme spielt, als Jennifer Lopez. Trotzdem konnte mich das Duet Mary - Fabolous nicht überzeugen. Mein Tipp ist Track C2 "Throw Back" . Damit sind wir schon bei den Bonustracks angelangt, wovon es auf dem Vinyl drei gibt. "Throw Back" mit fettem Beat und treibenden Lyrics, "Keepin It Gangsta" mit Styles, Jadakiss und M.O.P. - ziemlich düster, nur M.O.P. lockern es durch ihre Stimmen auf - und das bekannte "Trade It All" , hier Part II mit P. Diddy und Jagged Edge. Kein neuer Track, aber vielleicht trotzdem der beste des Albums.
Im Gegensatz zu Fabolous steht Lewis Parker, der auf Virgin ohne die große MTV-Unterstützung das herausragende "It's All Happening Now" veröffentlicht hat. Im Untertitel "the acient series three" genannt, fragt man sich wirklich, ob die Scheibe aus einer anderen Zeit kommt. So zeitlos trocken und hart sind die Beats, so klassisch fein die Lyrics. Kein Genuschel oder Gesang á la Ja Rule oder hin und wieder auch Fabolous. Und so abwechslungsreich wird mit Samples gespielt, dass man sich an A Tribe Called Quest erinnern muss. Immer wieder macht der DJ auf sich aufmerksam, ohne jedoch den MC aus dem verdienten Rampenlicht zu nehmen. Regelmäßig geben Instrumentalpassagen von zum Teil nur einigen Takten dem Hörer eine Verschnaufpause, um sodann mit neuer Energie durchzustarten.
Für alle, denen es wichtig ist sei noch erwähnt, dass es hier nicht um Autos, Schmuck, Geld und Bitches geht, sondern dass Lewis Parker wirklich etwas zu sagen hat und damit Rap dahin stellt, wo er hin gehört. Auf die öffentliche Agenda, um die Anti-Kriegs-Demo-gestählte, sich politisierende Jugend zu erreichen. Leider von der Insel auf Englisch. Wo bleibt die deutsche Antwort? Vielleicht kann Curse sie geben. Nur müssen fundamentale HipHop-Heads von Curse enttäuscht sein, wegen der Beats und der Rhymes. Und das passiert bei Lewis Parker definitiv nicht!
(L.M. - 27.04.2003)
Fettes Brot – Am Wasser gebaut (2005 Fettes Brot Schallplatten/Indigo)
Wer konnte sich nicht „Emanuela“ entziehen! Egal ob Television oder Radio, das Ding lief rauf und runter. Kein Wunder, dass man ruck zuck die Nase voll hatte. Ohnehin dürfte klar sei, dass König Boris, Doktor Renz und Schiffmeister fast schon mehr Pop als HipHop machen, was sich anscheinend rentiert.
Die aktuelle Auskopplung „An Tagen wie diesen“ läuft trotz Sozialkritik bekanntlich auch nicht schlecht. Was auffällt ist, dass das Album recht nachdenklich und verhältnismäßig ruhig ausgefallen ist. Partylaune kommt bei wenigen Tracks wie „Lauterbach“ und dem schon erwähnten „Emanulea“ auf. „Kuba“ kommt recht chillig herüber, was nicht zuletzt am kubanischen Inselstaatflair liegt. „Yasmin“ befasst sich mit einer Jugendliebe und „Die meisten meiner Feinde“ mit dem szenetypischen Dissen! Überhaupt rockt zweiteres Lied am meisten! der Beat setzt sich einfach im Ohr fest und Doktor Renz' Art und Weise zu Battlen oder besser gesagt, sich mit diesem Thema auseinander zu setzten, dürfte einzigartig sein. Was sich wie ein roter Faden durch das Album zieht sind die eins-a produzierten Beats. Man fragt sich allerdings, warum das Album nur zehn Track umfasst, auch wenn alle ein recht hohes Niveau haben!
„Am Wasser Gebaut“ richtet sich eindeutig an Mainstreamkosnumenten und ist weniger für Freunde des roughen Raps geeignet. Objektiv klingt die Platte sicherlich gut, die Jungs wissen wie man rappt und abgesehen von ein paar schwachen Textpassagen gibt es nichts daran auszusetzten. Fettes Brot behauptet sich schon seit Jahren und bleibt eine feste Größe in Sachen Deutschrap!
Firmament
Fler – Neue Deutsche Welle (2005 Aggro Berlin)
Viel ist geredet und gemutmaßt worden über Nazirap und Naziparolen zum promoten des Albums, und so war der Hype um die "NEUE DEUTSCHE WELLE" perfekt und am 2. Mai wurde dann zurückgeschossen. Das Album des jungen Rappers, mit dem Reichsadler als Zeichen stand in den Läden und die "Bombe"
ist eingeschlagen.
Also rein mit dem Skandalalbum und schon gehts los mit derben Synthiebeats und Fler möchte erstmal klarstellen, dass Papa da ist und so wie es anfängt geht es weiter in 17 Tracks und 3 Skits.
Es gibt größtenteils überproduzierte dicke Synthiebeats. Die sind vielleicht böse und krachen, passen aber meist nicht zum Rapper, so dass der Eindruck entsteht, dass Fler doch unter geht gegen die Flut der Beats, die größtenteils sehr derbe Bouncer sind. Vielleicht wäre ein bisschen weniger doch mehr gewesen. Produziert und gemastert ist die Platte erstklassig, was bei AGGRO-Berlin wohl auch zu erwarten war. In den Texten kriegen wir zu hören das Fler der beste ist, viele Frauen kriegt und manchmal auch was für Gangster Fler und seine Homies sind, also nichts neues und leider auch nicht das so oft im Album proklamierte absolute neue Überding, was noch nie dagewesen ist.
Einziges Highlight auf dem Album ist der Track "Abtörn Girl" mit Sido und Harris welches ein recht lustiges Liedchen ist wobei "unsere Lieblingsrapper" deutlich besser sind als Fler.
Und so hinterlässt das Album einen faden Beigeschmack, weil es Rap-technisch und inhaltlich absolut überflüssig ist. Dennoch gibt es eine hohe Chartplatzierung und alle gehn drauf ab, was sicher an den Beats und dem Hype liegt, welcher sehr clever eingefädelt wurde. So werden Menschen, die Rap und HipHop wirklich mögen, einen weiten Bogen um das Album machen, denn "der erste Deutsche der richtig Welle schiebt" tut das wohl, doch auf dem falschem Weg mit einem überbewertetem Hype um schlechten Rap auf guten Beats.
pimpel