100 GRap– Blackbox EP (2005 100 Grap)
Vor einiger Zeit, kurz nachdem ich meinen Redakteurs-Posten bei 69 BPM
antrat, erreichte mich eine E-Mail einer jungen Künstler-Formation aus
dem Süden Deutschlands. Die Blackbox EP, um deren Review mich das
Crewmitglied Sadam Russein bat, erreichte mich auch binnen weniger Tage.
Sehr professionell dachte ich mir, ein Eindruck der kurz nach Öffnen des
Päckchens weiter bestätigt wurde. Was ich als selbsgeklebten
Underground Release erwartete, kam in einer ordentlichen Hülle mit dickem
Booklet und in gepresster Form. Nun stieg die Spannung natürlich an, ob
die Musik hält was die Verpackung verspricht.
Die von DJ No-Plan komplett produzierte EP beginnt mit einem
Instrumental-Intro, das erstmal auf die Beats einstimmt, die einem im
weiteren Verlauf begegnen werden: synthetisch, aber keineswegs plastisch. Es
folgt der Opener Dein Block der sich recht schnell als etwas mauer
Sido-Disstrack entpuppt. Nicht wirklich geglückter Start, der jedoch
beim folgenden Track recht schnell vergessen wird. 100 G ist
hier entpuppt sich als richtige Hymne. Angefangen von einem wirklich
schönen und atmosphärischem Beat bis hin zu dem Hammer Part von
Saddam Russein, ein wirklich geiler Song. Im nächsten Track wird dieses
Niveau gehalten, es geht etwas clubbiger zu mit einer extrem dicken Hook die
wirklich schnell hängen bleibt. Das Tempo wird nun etwas gedrosselt.
Morgen zeigt die Jungs von der nachdenklichen Seite und beweist,
dass sie wirklich vielseitig sind. Der Beat kommt zwar etwas träge daher,
aber auch dieser Track weiß zu äberzeugen.Das G-Tean stellt
sich auf dem nächsten Track vor und bedient sich dreisterweise beim
Theme des A-Teams. Allein schon für diese Idee muss man Propz geben und
auch die Umsetzung ist wirklich gelungen, auch wenn die gesungene Hook nicht
ganz so gelungen ist. Auf Danke geht es wieder etwas ruhiger und
persönlicher zu, ein guter Song zum Ausklang, der noch einmal von
einem Brett gefolgt wird. Der Bonus-Track erweist sich als genialer
Party-Track. Über einem sehr gut produzierten Riddim fragen die Jungs
Sagt mir wer ist noch bereit für seinen
Scheiss zu sterben?
Im Endeffekt hinterlä die EP ein gutes Gefühl und macht Laune.
Für die Jungs und ihr junges Label definitiv auch guter Start ins Game auch
wenn man sagen muss, das die Features von Saddam R. die Hauptbesetzung an
MCs leider deutlich aussticht. Dennoch läßt sich deutlich erkennen
das keine Amateure am Werk sind. 100 GRap haben eine wirklich solide CD
herausgehaun deren Kauf sich definitiv schon wegen der Party-Tracks
lohnt.
weiter Infos zu den Jungs erhalten ihr auf
www.100grap.com.
FauAhBee
50 Cent - "Get Rich Or Die Tryin'" (Shady Records)
Von 50 Cents Album "Get Rich Or Die Tryin'" wurden in kürzester Zeit mehrere 100.000 Einheiten verkauft. Und so viele Amerikaner könne nicht irren - oder? Um's gleich zu sagen: sie irren nicht. Mit der Hilfe von Eminem und Dr. Dre ist es 50 Cent gelungen ein durch und durch dickes HipHop-Album fertigzustellen.
Das Cover scheint eine Mischung aus DMX (starker schwarzer Mann, wie einst bei Body Count) und Master P (jede Menge Steinchen) zu sein. Die Beats stammen aus der Feder von Dre und Eminem, der einen guten Produzenten gibt. Auch für jemanden, der alle Dre-Alben kennt, ist die Musik auf "Get Rich Or Die Tryin'" nicht das Ende der Fahnenstange. Ich dachte immer, das es mit den Aftermath-Beats irgendwann ein Ende hat - und die Neptunes schienen das zu belegen - aber ich wurde hier eines Besseren belehrt.
Fehlt noch die Einschätzung des Rhymeflows: Da kann sich 50 Cent mit den Besten, die der Markt heute bietet messen. Nur inhaltlich kommt er über die üblichen Ghetto-Klischees nicht hinaus. Trotzdem ist "Get Rich Or Die Tryin'" das Topalbum des beginnenden Frühjahrs 2003 und sollte lieber im Original in Eure Sammlung kommen!
(L.M. - 07.03.2003)
50 Cent - The Massacre (G-Unit/2005)
Der Mann, der von Eminem "in den Slums gefunden wurde" wie er es selbst sagt, und erst durch eine Kugel quer durch den Kiefer (bei der es sich nur um eine von 9 handelte die er überlebte) seinen so markanten Rap-Flow bekam (zum Vergleich Tracks hören wie "How to Rob" von 1999, vor dem "Attentat") kehrt 2005, immernoch auf Wolke 7 schwebend zurück mit einem Massaker.
Das Fifty nun noch grimier und mehr gangsta als zuvor klingt, auf seiner MC-Murder-Tour kann man nicht grade sagen, dagegen klingt er noch arroganter als er es schon vorher tat. Was vielleicht schwer vorstellbar klingt für Leute die schon Abneigung gegen "P.I.M.P." verspürten lässt sich aber wie ein roter Faden durch das ganze Album verfolgen und ist dem ganzen Album wirklich nicht abträglich.
Sein Major-Debüt war sicher ein Bombenerfolg und für Fans seiner Mixtapes sowie Leute denen Curtis Jackson bis dato unbekannt war, eine reine Überraschung. Etwas, das "The Massacre" nicht mehr wirklich bietet. Beats zwar gut produziert, aber weitesgehend Standard und was man von einem Scott Storch erwartet hätte (speziell die beiden ersten Singles), Eminem haut mit "Gatman & Robin" auf jedenfall einen sehr geilen Track raus, während Dre mit seinen einzigen (!) beiden Beats, für einen Aftermath-Release verhältnismässig "ruhig" bleibt und aucht nich so sehr überzeugen kann. Jedoch lässt die Art der Beats "Outta Control" und "When the Gunz come up" seinen neuen Style ungefähr erahnen, den man wohl auf einem "Detox" Album, wenn's denn noch kommt, zu erwarten hat.
Summa Summarum, gutes Album, einige Hits für den Mainstream, keine weiteren Neben- aber auch keine Langzeitwirkungen. Der Candy Shop ist eben mehr etwas für Kiddis als der "Club"
FauAhBee
Afrob – Hammer (2005 Four Music)
"Wenn in Stuttgart etwas total geil ist, sagen wir dazu Hammer"... sagte Afrob im Mzee.com Interview auf die Frage nach dem Hintergrund für den Titel seiner aktuellen LP. Ähnlich niveauvoll geht's weiter in Text und Ton.
Da der Markt gerade damit bestens bedient ist, Ami-Konserven aufzuwärmen, zu übersetzen und als neu zu verkaufen, lässt sich Afrob nicht lumpen und versucht's ebenso.
Die LP beginnt mit komischen Geschnackel und dem Wort Scheiße, vielleicht eine Vorab-Selbsteinschätzung ;-). Afrob will klarstellen das er noch da ist, nur leider so langweilig das es wohl keinen interessieren wird.
Desweiten bemerkenswert ist die Art wie er seine Stimme verstellt, um arrogant zu wirken, leider gelingt ihm das nicht, was wohl auch daran liegt das sein Style immer noch viel zu simpel ist, selbst seine neue literarische Errungschaft des Doppelreims wirkt teils sehr an den Haaren herbeigezogen.
Seltsam mutet es auch an das Afrob auf diesem "Hammer"-Album lieber mit seinen Jungs anstößt und sich selbst feiert, statt wie früher mit erhobenen Zeigefinger über KonsumKultur, Rassismus zu schimpfen und über seine Herkunft und dies, das zu rappen ... nunja was tut man nicht alles um irgendwie wieder auf die Bildfläche zu kommen ...
Sollte sich Samy Delux nicht zu einer Fortsetzung seines ASD Projekts entschliessen, ist Afrob wohl endgültig von der Bildfläche weg und ganz ehrlich ... ärgern tut mich das nicht.
FauAhBee
Alchemist - 1st Infantery (2004 Koch)
Our Boy Al aka der weiße DJ Premier brach 2004 in den Krieg auf, dabei seine 1st Infantry, bestehend aus einer Auswahl der Creme de la Creme der US-Rapszene: The Game, Mobb Deep, The Lox, M.O.P., Devin the Dude, Dilated Peoples, B-Real, Nas etc.
Eines der Alben was sich neben Tical 0 als eines der meist verschobenen Releases einreihen kann, Koch schaffte dann doch das Ding mal zu droppen und hinterließ so letztes Jahr viele enttäuschte Fans.
Zu soft, zu simple Beats, zuviel Synthis hieß es von den Alchemist-Jüngern, es kursierten Gerüchte das "The Cutting Room Floor"
(Mixtape 04) als eigentliches Album geplant war, den Koch-Oberen aber zu Ruff, zu Street war, somit wurde alle Tracks von dieser LP vorweg und zu meist auch im Nachhinein als Weichspüler verschrien, aber das sind sie mitnichten.
Alchemist schafft es für jeden der MCs eine passende Untermalung zu finden, kreiert für The Lox ein wahnsinnig simplen Beat der aber atmosphärisch kaum zu toppen. Er hat sogar eine Hit-Single dabei "Hold you Down" mit Prodigy und Nina Sky, alles aber scheinbar nicht genug um den "Head" zu befriedigen.
Nun ja, es ist wirklich so, dass Alchemist das Rad nicht neu erfindet, aber er macht immer noch verflucht geile Beats.
Natürlich erwarteten viele Leute ein zweites "Thug Music" oder "Keep it thoro", jedoch liegt da der Knackpunkt.
Al produzierte schon soviele Acts, das es sich sicher als schwer darstellt nun gute Tracks für ein eigenes Release zu produzieren die gegen die eigenen Top-Banger nochmal ankommen ... ein Kampf gegen Windmühlen.
Lassen wir die Alchemist-Discographie außen vor und hören das Album ohne an die Credits zu denken, und wir haben einen sehr geilen Sampler! GUTE MUSIK!
FauAHBee
akteONE - Teroa live Berlin (Teroalabel 2005)
So, da hat akteONE sich im Februar nen neues Label gegründet und auch gleich mal eben 'n Album gedroppt. Und das erste, was mir auffiel ... Boa is' das Booklet dick ;). 16 Seiten schön bunt viel Text -> WoW.
So, CD ersma' rein in player voll freudiger Erwartung, so steht bei der Tracklist immerhin schon mal ne dicke ft. Liste (u. a.: MachOne, Rhymin Simon, She-Raw, BigBud, Vero, Serk u. v. a.) noch dazu ist man ja von akte guten Stuff gewöhnt.
Und schon nach dem ersten Track ist klar, man wird auch dieses mal nicht enttäuscht. Die Beats sind von düster bis drückend, verdammt es sind sogar richtige Bouncer bei. Beim Rap wird viel represented und viel gebattled jedoch in keinem Track schlecht und auch über das Leben und auch die Gesellschaft wird gerappt ("Zensur Pur") alle Tracks sind gut produziert und es sind durchaus talentierte Rapper vertreten.
Besonders Postiv sind die Gesänge von She-Raw hervorzuheben und auch das durchgängig hohe Level des Albums, es sind keine Hänger drauf und der
Partytrack: "party muss sein" mit Michael Mic und Robud Stylez ist ein absoluter Killer.
So ist das Album für mich ein kleines Highlight wo auf jeden Fall mal reingehört werden sollte.
pimpel
Ammo – Motivation (ohrflash 2005)
Wie ich an dieses Mixtape gekommen bin, weiß ich garnicht mehr ... auf jeden Fall kommt es aus Köln von einem jungen Mann, der sich Ammo nennt. Es ist ein 11-Track-Tape auf Amibeats und 2 Produktionen von Dirty Dwarf. Unterstützt wird Ammo von allerlei Leuten aus der Domstadt. Und wenn ich ehrlich bin kannte ich nur Ft. von Ammo auf Spitter Sport 2 ;)
Also mal rein das Ding und, Whoa, wat 'ne Stimme ... und dabei bleibt es nicht: Neben der guten Stimme, der Junge hat echt Skills und 'n tighten Flow. Die Beats sind gut ausgesucht und harmonieren mit den Rappern. Die Gastauftritte sind auch vernünftig, obwohl Ammo wohl doch herraus sticht. Sicher, es ist größtenteils Battlerap aber in verdammt guter Art und Weise, er verrät nichts neues aber er verpackt's in gute Reime; so geht das Zeug gut ins Ohr. Die beiden Produktionen von Dirty Dwarf sind auch gut und stehen den Amibeats in nichts nach.
So geht das Tape gut ins Ohr und es macht Lust auf mehr. Und da er erwähnt, dass er ein Album rausbringt werde ich mal die Ohren in den WInd halten, weil das Mixtape schonmal ordentlich Schmack auf mehr macht ... ich hoffe mal das aus Köln noch was dickes kommt ... weiter so!
se-pimp-el
B-Lasch – Regen (Adrenalin/Beatillz 2005)
Wer ist B-Lash? Man kommt nicht einfach an Informationen, so muss man sich auf die verlassen, die das Album „Regen“ liefern. Sein Label heisst Adrenalin, er kommt aus Kreuzberg und ist Kanacke. Nichts besonderes für einen Berliner Rapper, möchte man meinen. Aber lasst uns schaun, was seine LP zu bieten hat!
Nach dem Intro bekommt man in „Schiess!“ gleich Straßenrap zu hören. Darin geht es kurz gesagt um die alltägliche Gewaltspirale in Berlins dunklen Gassen, um zu sagen inwiefern das zutrifft, muss man wohl dort wohnen. Aber aktuelle Ereignisse in Berliner „Bildungseinrichtungen“ legen nah, dass der Inhalt nicht sehr weit hergeholt sein dürfte.
„Leben in Regen (RMX)“ mit Unterstützung von MC Bogy legt die Philosophie der beiden MCs nah. Man könnte sie so beschreiben: Sie sind Soldaten im Krieg der sich Leben nennt. Die Umsetzung ist recht Eingängig und der Beat, der sich stark an Tupacs „Hit em’ up“ orientiert, tut sein übriges diesen Track zu einen der Highlights auf dieser LP zu machen.
Ein weiterer Titel, der heraussticht ist „Electric B“, der wohl als Tribut für die ersten Tage des HipHop zu verstehen ist. Das Zusammenspiel von Oldschoolelementen ist eine angenehme Abwechslung zwischen Tracks der Selbstinzenierung und Selbstreflektion, die sich weitestgehend die Waage halten. Wer für die Beats verantwortlich ist, konnte ich nicht mit Sicherheit in Erfahrung bringen, vermutlich sind sie zumindest zum Teil von Mach One und B-Lash selbst. Aber eins ist sicher, die meisten Beats sind wirklich gut gelungen und der zeitweilig vertretene G-Funk-Flavor steht dem Album sehr gut. Man findet pumpende Instrumentals genauso wie solche die das Innere berühren.
B-Lash selbst überzeugt in erster Linie durch die Art und Weise, wie er etwas sagt. Dabei benutzt er meistens HipHop-Umgangssprache und verhältnismäßig einfache Reime, einen Duden braucht man jedenfalls nicht um seine Lyriks zu verstehen. B-Lashs Rap lebt vorallem durch Energie und Flow, was teilweise mehr als tausend Worte zu sagen vermag. „Regen“ ist eine sehr runde Sache geworden, der einzige Wermutstropfen ist, dass man den Inhalt so oder ähnlich nicht das erste mal gehört hat. Dennoch, wer sich nicht durch schmutzigen Straßenslang abschrecken lässt, ist hier genau richtig!
Firmament
Azad & Kool Savas – One
"Ich war früher anders in den Texten als jetzt", sagte uns der gute Herr Yurderi einmal, damals im Jahr 2001, als er noch ins Zentrum des Haterizms gestellt wurde. Kommerzialisierung durch Video-Platzierung zur marktwirksamen Sendezeit, Veränderung des Styles, so lauteten die Anklagepunkte, doch Herr Yurderi ging seinen Weg unaufhaltsam Richtung erstes Solo-Album, welches ihm dann noch mehr, sogenannter "Hardcore-Fans" kosten sollte...
Nun schreiben wir das Jahr 2005. 10 Jahre ist es her als ein Zusammenschluss von deutschen Rap-Künstler wie den Massiven, Cora E & MC Rene sich als "Klasse von 95" präsentierten und die damalie Rap-Landschaft gehörig umgruben ... 10 Jahre danach versuchen zwei sich mittlerweile selbst als "Rap-Veteranen" betiteltende MCs namens Azad & Kool Savas dies erneut zu bewältigen und schaffen es nicht ganz.
Das von vielen als das Hardcore-Rap Album schlechthin erwartetete Album fällt mit Nummern wir "Guck my Man" oder "Was hab ich die angetan" erstaunlich sanft aus, jedoch schaffen die beiden MCs es gekonnt den Tracks einen gewissen Flair zu verpassen und eine Atmospähre zu geben, die bei kaum einen anderen Team in der BRD zu finden ist. Leider scheint Azad auf dem Album für Savas auf seine persönliche Note verzichtet zu haben, so dass inhaltlich beide fast gleich klingen, wobei Savas noch weiter Back to the Roots geht, weil die diesmal ganz tief unter der Gürtellinie liegen. Alles in Allem ist es eine gute LP für den Sommer geworden, sie wird definitiv ein Hit werden, aber kein Klassiker...
FauABee
Big Noyd – On The Grind (2004, Monopolee)
Der inoffizielle dritte Member des Mobb-Deep Clans ist zurück mit seinem zweiten Album in zwei Jahren.
Wenn man bedenkt das zwischen seinem Debüt und dem zweiten Longplayer mehr als sechs Jahre verstrichen, eine beachtliche Leistung, fraglich ob das auch auf die Qualität der Musik zutrifft.
Big Noyd bringt mit "On the Grind" wohl genau das was sich jeder QB Fan von ihm erhofft hat:
Straight-thuggish East-Coast Rhymes, street-smartness und dieses ganze auf Produktionen von Ric Rude & Alchemist.
Dazu die obligatorischen Features von Prodigy und dem Infamous Mobb, die depressiv-melancholische Stimmung und fertig ist eine geile Queensbridge-Scheibe.
Mit etwas Verwunderung sitz ich nun und höre diese Platte, und frage mich warum QB's "Große" nicht mehr solche Platten zustande bekommen (ausnahme Cormega, der ja aber auf immer und ewig Underground zu bleiben scheint). Angefangen bei den Beats, die anders als beim letzten Mobb Deep Album auf Synthis fast völlig verzichten bis hin zu dem massiven Representing, was man so lange selbst nicht mal mehr bei Nas gehört hat. Die einzigen Abzüge bekommt Noyd bei den Lyrics, da er leider nicht ganz an die Metaphern seines Bruders Prodigy oder die Punches von Nas rankommt, dennoch besitz das Album diesen gewissen "Flair",
den lange keine NY Platte mehr hatte.
Besorg euch das Album wenn ihr auf Eastcoast-Sound steht, eine geile Platte zum chillen oder Nachts ziellos im Auto rumfahren (oder auf dem Rad ;)), um die Gedanken zu ordnen.
FauAhBee
The Black Eyed Peas – Elephunk (Interscope/Universal)
Die Black Eyed Peas sind sehr massentauglich geworden. Das lassen wir mal so stehen und wenden uns der Musik hin. „Where Is The Love“ war gutmütig genug, um mit Hilfe des Videos zum Top-Hit und Tanzflächen-Füller zu werden. „Shut Up“ ist dabei, dem nachzueifern. Ansonsten geht es sehr funky und zum Teil sehr rockig zu, nur das letzteres nicht so recht passen will. Dabei geht dann auch der rote Faden verloren, es fehlt das Gewisse Etwas; diese spielerische Art des HipHop, wie wir sie in Erinnerung haben. Elephunk ist immer noch ein tolles Album, das Balladen und Club-Hits bietet, aber es ragt nicht heraus gegenüber anderen Veröffentlichungen.
Bobby Digital presents Northstar (Koch Records 2004)
RZA, der Produzent vom Wu-Tang Clan, hat wieder ein paar neue Gesichter am Start. Es ist schon erstaunlich, wie er immer wieder seinen Sound verändert und doch unverkennbar bleibt. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass das Album flasht, ohne zu sehr den Wu-Tang Flavor rüber zubringen. Von den Rappern habe ich bis dato noch nichts gehört und bringen ebenfalls frischen Wind in die Tracks. Meine Bouncer sind „We Got It“, „64“ und „So So Serious“. Das Album ist ebenfalls bei Koch-Records erschienen und sollte auch schon erhältlich sein, zumindest habe ich es schon gesehen, ob es in Magdeburg schon zum Verkauf steht, kann nur eine gezielte Fahndung in den Plattenläden der Stadt bringen.
R.D.
Bobby Valentino – DTP pres. Bobby Valentino (2005 Disturbing Tha Peace)
Ludacris kann auch produzieren: gemeinsam mit Chaka Zulu und Jeff Dixon die R'n'B-LP des Sommers, nämlich Bobby Valentions Album. Einordnern kann man das weder bei den Chart-Geschichten von Destiny's Child noch unter dem Label Neo Soul, wie D'Angelo & Co. Wenn sich ein Vergleich anbietet, dann der mit Keith Sweat oder ähnlichen Künstler der alten Schule. "Slow Down" hat zwar auch einen gewissen Club-Erfolg, symbolisiert aber gleichzeit das Motto dieser LP: immer schön ruhig und mit Gefühl. Moderne, teils aufregende Beats unterstützen Valentinos Gesang bei Balladen und Midtempo-Songs. Pefekt für gewisse Stunden zu zweit, aber auch für einsame Stunden. Eben perfekter R'n'B, voller Gefühl.
Brandy – Afrodisiac (2004 Atlantic)
Damn! Ich bin ja nun wirklich kein Fan von R&B, aber wenn Timbaland mal wieder länger als für nur einen Track Hand anlegt (oder so spärlich wie im Falle des letzten Missy-Albums) dann liegt das meist daran das er die Sängerin für verdammt talentiert hält (wie zuletzt wohl Aaliyah [R.I.P.]) und weil er weiß, dass er eine wahre Perle aus einer verstaubten Genre-Muschel stauben kann.
Brandy fiel zuletzt wohl eher Samstagmittags-Fernseh-Konsumenten auf oder ist vielleicht noch durch die Monica-Collabo "The Boy Is Mine" bekannt. Wer jedoch sich vergewissern will, dass die junge Dame wirklich singen kann, soll sich dieses Album zulegen. Sicher ist es nicht die absolute Offenbarung, aber Timbo und auch Kanye machen ihren Job verdammt gut! Das Album lässt sich gut pumpen, ohne den erwarteten hohen Schmalzfaktor!
Hört rein und entscheidet "Who Is She 2 U", vielleicht werdet ihr auch "afrodisiert"
FauAhBee
Bushido – Staatsfeind Nr. 1 (2005 ersguterjunge)
So so, da hat einer aber mächtig Output, schon wieder 'n neues Album von dem jungen Mann, der irgendwie laufend in den Medien ist. Sei es wegen Anzeigen in Österreich oder zweifelhaften Interviews und "natürlich" wegen harten Raps, aber ist er deshalb ein Staatsfeind? ... na ja, Selbstdarstellung war schon immer 'ne Stärke von Rappern.
Joar, akustisch hat sich nicht viel geändert an Bushido, er flowt immer noch wie jeher, die Beats sind auch immer noch Bushido-Style. Unterstützung erhält Bushido auf dem Album von Saad, Godsilla, Chakuza (bester Rapper auf dem Album) und Eko[?]! Wie schon gesagt, die Beats sind sehr rough und wissen sicherlich zu gefallen und es gibt viel aggressiven Battlerap und böse representer Geschichten, der Jugend wirds gefallen.
Sicherlich fällt auch mal das eine oder andre Mal 'n sozialkritisches Wort, aber im Endeffekt geht es um Selbstdarstellung. Was mir bei Bushido auffällt sind die größtenteils simplen Reime und 'n aggressiver abgehackter Flow, trotzdem kommt es scheinbar gut an. Die Features von Godsilla und Chakuza sind gut, und Baba Saad rappt schlecht und hat den perversesten türkischen Slang, den ich je gehört habe.
Ein Fazit ist nicht schwer: Bushido ist Bushido, entweder man mag es oder eben nicht, ich find einfach zuviele Sachen an denen ich mir den Kopf stoße, es gibt hunderte besserer Rapper in Deutschland. Bushidos Beats sind wie immer solide und teilweise auch sehr gut, der Rap hat sich kaum verändert und genau deswegen werden es wieder verdammt viele Headz der jüngeren Generation kaufen.
sepimpel