Ammo – Motivation (ohrflash 2005)
Wie ich an dieses Mixtape gekommen bin, weiß ich garnicht mehr ... auf jeden Fall kommt es aus Köln von einem jungen Mann, der sich Ammo nennt. Es ist ein 11-Track-Tape auf Amibeats und 2 Produktionen von Dirty Dwarf. Unterstützt wird Ammo von allerlei Leuten aus der Domstadt. Und wenn ich ehrlich bin kannte ich nur Ft. von Ammo auf Spitter Sport 2 ;)
Also mal rein das Ding und, Whoa, wat 'ne Stimme ... und dabei bleibt es nicht: Neben der guten Stimme, der Junge hat echt Skills und 'n tighten Flow. Die Beats sind gut ausgesucht und harmonieren mit den Rappern. Die Gastauftritte sind auch vernünftig, obwohl Ammo wohl doch herraus sticht. Sicher, es ist größtenteils Battlerap aber in verdammt guter Art und Weise, er verrät nichts neues aber er verpackt's in gute Reime; so geht das Zeug gut ins Ohr. Die beiden Produktionen von Dirty Dwarf sind auch gut und stehen den Amibeats in nichts nach.
So geht das Tape gut ins Ohr und es macht Lust auf mehr. Und da er erwähnt, dass er ein Album rausbringt werde ich mal die Ohren in den WInd halten, weil das Mixtape schonmal ordentlich Schmack auf mehr macht ... ich hoffe mal das aus Köln noch was dickes kommt ... weiter so!
se-pimp-el
Level X – Level X (2005 Level X Entertainment)
Neben dem ganzen Hype um Berliner Rap gibt es nun auch Gangsta-Rap in D-Land. Was heißt hier Gansgta? Einerseits heißt das sechs Jahre Gefängnis nach einem Raubüberfall, davon zwei Jahre und neun Monate zur Bewährung. Andererseits heißt das Bürgerkriegsflüchtling aus Sarajevo zu sein. Vor diesen Hintergründen finden Double-X und SIM zusammen. Sie veranstalten Jams und nun liegt unter dem Label Level-X die gleichnamige CD vor. In knapp 70 Minuten wird die Vergangenheit abgehandelt.
Ein bisschen klingt es wie Geschichten aus einer anderen Welt. Geschichten aus dem Knast, Geschichten wie es dazu kam. Aber über allem der Grundton, dass es nun besser werden soll, der Versuch, gegen alle scheinbaren Widerstände ein 'anständiges' Leben zu führen. HipHop nicht als Ausdrucksmittel eines Kleinkriminellen, sondern als Alternative zum kriminellen Leben.
Die Musik paßt zur Stimmung: Eher einfach, eher dunkel, Kopfnicker-Beats, synthielastig, teils elektronisch. Sehr angenehm durchzuhören. Rasputin zeichnet verantwortlich für die meisten Beats, aber auch die Angabe Level-X findet sich. Lyrics sind in erster Linie von Double-X sowie von Double-X gemeinsam mit SIM. es ist keine Spaß-Rap und auch nicht gerade Abgeh-Mucke, aber es ist eine der wenigen deutschsprachigen HipHop-CDs, bei denen man gespannt vor der Box sitzt und zuhört. Zuzuhören ist vielleicht die beste Bewertung, die Musik bekommen kann.
Mehr zum Thema und Snippets zum Download gibt es auf der website des Labels http://www.levelxent.com
Galla – Swing Kid (2005 La Cosa Mia/Rough Trade)
Der Wahlberliner Galla, Mitglied der Ruhrpott AG, hat mit „Swing Kid“ genau
das gemacht, was Pahel hinter und Aphroe vor sich haben: Ein Soloalbum.
Schon nach den ersten Sekunden des Hörens erweist sich dieses Album als
RAG-typisch und das ist gut so! Der Stil Gallas kommt einem vertraut und
heimisch vor ohne den Eindruck zu hinterlassen, dass hier alte Ideen
aufgewärmt wurden. Es ist nicht so, dass er über Themen rappt, die es noch
nie gegeben hat. Aber so wie er es macht, hat man es noch nie oder selten
gehört. Der feine Unterschied zu den PDNTDR-Zeiten macht das instrumentale
Gewand aus. Diesmal kommt nämlich Illfaded Tre, der schon für Brothers
Keepers produziert hat, zum Zug. Man kann zweifelsfrei sagen, dass er seine
Hausaufgaben gemacht hat. Beattechnisch kann man „Swing Kid“ auf einem
höheren Level, als die beiden RAG-Alben „Unter Tage“ und „Pottential“
ansiedeln. Was nicht bedeuten soll, dass es bei Galla anders wäre. Er flowt
auf gewohnt hohem Niveau, aber seine stärkste Waffe ist und bleibt sein
Vocabular mit dem er am laufenden Band ein lyrisches Feuerwerk entfacht. Die
Features fügen sich nahtlos in die LP ein. Der bekannteste Gast dürfte Flown
Immo sein. Abschliessend kann ich sagen, dass es sich hierbei um ein
Gesamtkunstwerk handelt, deshalb fällt es schwer einzenlne Songs vor anderen
zu nennen. Am besten Ihr besorgt Euch dieses Kopfkino selbst, vielleicht
versteht ihr dann, was ich meine!
Firmament
Various – Harzquartz Sampler (2005 harzquartz.de)
So, da ist er, der erste Harzquartz Sampler den es glatt mal umsonst zum Download gibt und zwar auf www.harzquartz.de. Harzquartz ist ein Online-Mag, eine Community und eine Bookingplattform für Rapacts aus ganz Deutschland.
Dementsprechend ist das Album voll mit Liedern von den Harzquartz Jungs (Agressive Attack, U-Kingz, VAB, Taktik etc.) und ein paar Gästeauftritten (Sprachtot, Chrizzow, Keim etc.). Der Sampler ist mit 20 Tracks gut gefüllt. Und es wird Battlerap in allen Arten und Variationen geboten. Die Beats sind abwechslungsreich jedoch nicht immer wirklich gut, was auch auf die Künstler zutrifft. So ist das Gebotene durchwachsen und es ist für alle Geschmäcker was dabei. Die meisten Tracks sind ganz gut produziert und auch vernünftig gemastert, obwohl klare Unterschiede zu hören sind, was sicherlich daran liegt das viele Producer und viele verschiedene Aufnahme-Praktiken aufeinander prallen.
Dennoch ist es ein solider Sampler auf dem auch einige Perlen zu finden sind. Es gibt sicherlich wesentlich schlechtere Rapper in Deutschland als die gehörten. Auf jeden Fall anhören solltet ihr euch die Cyphersuit, Pillah K, Taktik Crew und Vit-Armin B, welche die meiner Meinung nach die besten Tracks für den Sampler bereit gestellt haben.
Und, hey, ihr kriegt 20 Tracks GESCHENKT!!! Also Bandbreite frei machen und auschecken!!!
sepimpel
Too Strong – Dreammachine (The A Label 2005)
Oha, wer hatte damit gerechnet?! Damals als für viele eine Welt zusammenbrach? ... Funky Chris, pure Doze und Der Lange sind wieder da. Nach ein bisschen mehr als 5 Jahren Abstinenz ist das neue Too Strong Album da und viele werden wie ich vor dem Plattenladen gezeltet haben ;)
Der erste Eindruck ... na ja bissl Cover (das nichmal hübsch), dann 'n protziger Untertitel ("true hiphop since 89"). Aber egal wir sind ja nich oberflächlich, also rein in den Player, und es gibt gleich mal eine gute Nachricht vorweg: TOO STRONG ist immernoch TOO STRONG. Der Style ist klar wieder zu erkennen auf den 20 Tracks und mehr als 70 Minuten des Albums.
So sind die Beats sphärisch und sehr gut produziert, wie es sich für eine HipHop-Crew mit derartiger Erfahrung auch gehört. Es wird sogar gecuttet und gescratcht, was heutzutage ja gerne mal vergessen wird. Es ist sogar ein Track mit Mirko Machine auf dem Album ("return of the real deal"). Leider sind die Beats keine Weltneuheit und auch nicht DIE Ausnahmen, trotzdem solide, gut nickbar und sehr passig zum Rap. Die beiden Rapper haben sich sicher weiterentwickelt rappen aber dennoch wie gewohnt gut.
Gerappt wird über die Szene an sich, es wird gebattled, ohne unter die Gürtellinie zu rutschen, und es wird viel aus der Vergangenheit textlich verarbeitet, so z. B. der Track "Schmerzen". Das Level wird durchgängig hoch gehalten und der Faden geht nicht verloren auch wenn sich die Tracks teilweise sehr unterscheiden. Die Skits sind gut und auch übergänge mit Filmzitaten sind sehr gut gelungen, so dass ein guter Gesamteindruck erscheint, noch dazu ist auf dem Album ein "Bboybattlebreakbeat".
Jetzt ein Fazit zu ziehen, ist nicht sehr einfach: sicher ist "Drammachine" ein gutes Album, und kaum ein Fan wird enttäuscht sein, dennoch wird das Album die HipHop-Szene trotz erhobenem Zeigefinger in den Tracks nicht verändern. Es ist einfach nicht Massentauglich, kaum Bouncer, keine Bitches, kein BlingBling, es ist halt einfach HipHop ohne Kompromisse ohne Schnörkel, wer das mag kauft das Album, wer nicht lässt es bleiben.
pimpel
akteONE - Teroa live Berlin (Teroalabel 2005)
So, da hat akteONE sich im Februar nen neues Label gegründet und auch gleich mal eben 'n Album gedroppt. Und das erste, was mir auffiel ... Boa is' das Booklet dick ;). 16 Seiten schön bunt viel Text -> WoW.
So, CD ersma' rein in player voll freudiger Erwartung, so steht bei der Tracklist immerhin schon mal ne dicke ft. Liste (u. a.: MachOne, Rhymin Simon, She-Raw, BigBud, Vero, Serk u. v. a.) noch dazu ist man ja von akte guten Stuff gewöhnt.
Und schon nach dem ersten Track ist klar, man wird auch dieses mal nicht enttäuscht. Die Beats sind von düster bis drückend, verdammt es sind sogar richtige Bouncer bei. Beim Rap wird viel represented und viel gebattled jedoch in keinem Track schlecht und auch über das Leben und auch die Gesellschaft wird gerappt ("Zensur Pur") alle Tracks sind gut produziert und es sind durchaus talentierte Rapper vertreten.
Besonders Postiv sind die Gesänge von She-Raw hervorzuheben und auch das durchgängig hohe Level des Albums, es sind keine Hänger drauf und der
Partytrack: "party muss sein" mit Michael Mic und Robud Stylez ist ein absoluter Killer.
So ist das Album für mich ein kleines Highlight wo auf jeden Fall mal reingehört werden sollte.
pimpel
Sonny Black & Saad – Carlo Cokxxx Nutten 2 (ersguterjunge 2005)
Bushido präsentiert sein zweites Collabo, diesmal mit Saad, auf eigenem Label. Und wieder wären wir beim Streitfall: Neue deutsche Härte -- Ja oder Nein? Das Album ist vollständig von den beiden Jungs produziert und es geht Beatmäßig sehr düster und simpel zur Sache. Die Beats sind keinesfalls schlecht nur halt nicht besonders einfallsreich und innovativ, auf die Dauer halt auch Langweilig, weil sich vieles ähnelt.
Zum Rap kann man sagen das es 2 talentierte Rapper sind, die sicherlich einiges auf dem Kasten haben aber inhaltlich ist es sehr fraglich was rübergebracht wird. Es wird über Drogen Gewalt und Ghettos gerappt, es ist quasi deutscher Gangster Rap der fiesesten Gangart dementsprechend auch in derbem Slang, der in die unterste Schublade gehört, als kleines Beispiel wird jedes Lied mindestens einmal meine Mutter gefickt und ehrlich gesagt kann man mehr erwarten von einem Menschen, der Fachabi besitzt. Sicher steckt viel Frust in den beiden Rappern und der wird rübergebracht, ohne Zweifel.
Als Beweis das sie auch anders können steht der Track „Es tut mir Leid“ in einem krassen Gegensatz mit schön orchestralem Beat und einem Text der irgendwie unter die Haut geht, bei dem sich bei den Eltern und dem Umfeld entschuldigt wird.
So ist das Album mit Sicherheit Magnet für viele Jugendliche, da harter Rap nun mal ankommt. Die Fanbase wird auf keinen Fall enttäuscht. Bushido ist immer noch derselbe, mir persönlich gefällt es nicht, dennoch harter Tobak für die Anhänger der härteren Gangart.
pimpel
High Society – Jet Set (2005 Jubeko/Rough Trade & MZEE)
„2/3“ der ehmaligen Beatfabrik, Kid Kobra und Smexer liefern mit „Jet Set“ ihr erstes Album nach der Crewtrennung. Wie der Name schon erahnen lässt, geht es in erster Linie um lyrisches Bling Bling. Dies ist ein Themenalbum, dass man vielleicht nicht so ernst nehmen sollte, wenn man ältere Sachen der beiden kennt. Inhaltlich geht es meist banal zur Sache, was neben Stirnrunzeln auch das ein oder andere Schmunzeln verursacht.
Musikalisch dominieren pumpende, puristische Synthiebeats neben Instrumetalen mit pitched Vocals à la Diplomats, die meist durchaus ihren Zweck erfüllen. Die Raps von SMX und Kid K.O. werden durch Lemonias und Nicus gelungenen Gesang verfeinert. In Sachen Flows wird das Bild durch Pillat, Snaga und Prinz Porno, der sich für eine kurze Reunion auf „Bitter Bitter“ hergibt, vervollständigt. Das Ganze hat nicht viel mit der guten alten Beatfabrik zu tun, was neben dem Inhalt auch an Kobras Stil liegt, der auf einigen Tracks ungewohnt schwach flowt und inhaltlich mit Lines wie „Ich geb kein figgedifuck, ich spitt kliggediklack“ nicht grade ins Schwarze trifft. Auch von Smexer hat man schon besseres gehört!
Es ist garnicht ihre Absicht, die Tradition fortzuführen, so ist es nicht verwunderlich, dass man öfters ein klarstellendes „das ist anders als sonst ...“ hört.
Ich kann dem gewohnten Beatfabrik-Style mehr abgewinnen.
Nichts desto trotz muss man sagen, dass einige Tracks, wie „V.I.P“ und „back für euch“, den akustischen Jet Set gut herüber bringen.
Firmament
Prinz Porno – Teenage Mutant Horror Show (Buckwheats Music 2005)
Porno is back! Es hat ein bisschen gedauert, aber Pornos neues Soloalbum ist auf Buckwheats erschienen. Es heisst Teenage Mutant Horror Show und das zu recht.
So kriegt man ein Album, auf dem in den Tracks Konzepte stecken, die sich hauptsächlich mit der Jugend an sich, der Gesellschaft und Pornos eigener Jugend beschäftigen. Wobei das Album randvoll gepackt ist, so sind 13 Beats von den Kindern des Zorns neu berappt worden, 4 von den 13 wurden geremixed und noch dazu steuerte Biztram 5 völlig neue Tracks dazu. Und was soll man sagen, Prinz Porno hat nicht nur Talent, er nutzt es auch. So kriegt man fast ausnahmslos guten Rap in meist ziemlich durchdachten Texten, die zudem ehrlich und glaubhaft sind. Es ist halt NICHT der Standard Berliner Rap. Es sind auch ein paar wenige Representer-Tracks drauf, diese füllen aber dieses randvoll bepackte Album gut auf. Die Beats sind allesamt gute Kopfnicker und die Remixe sind gut, aber warum 4 Remixe von Tracks die auf dem selben Album sind?
Und so liefert Porno ein Hammer Album ab, in dem vor allem Tracks wie "Würfel", "Schöne neue Welt", "Teufel im Schafspelz" absolute Highlights darstellen und dringend mal ausgecheckt werden sollten. Also alle die gern mal genauer hinhören und nicht nur bouncen und Bitches ficken wollen: Kaufen! Kaufen! Kaufen!
pimpel
Damion – "Kehrseite der Medaille" (Tempeltainment Records / Groove Attack)
Damion Davis kennt man bisher eher von Featurbeiträgen, was sich mit seinem Debütalbum „Kehrseite der Medaillie“ ändern dürfte. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, bekommt er von seinen Templetainmentkollegen Asek, Ben Salomon, Chefkoch und Micro in Form von Raps Unterstützung. Für das instrumentale Gewand sind DJ Pete, Krutsch, Mirror und Alphabeatz verandwortlich. Durch diese Vielfalt an Kombatanten und in erster Linie Damion, ist eine sehr abwechselungsreiche LP enstanden, die mit 17 Tracks neben Party, Battle und Storytelling auch einen Song mit deutlichen Nu-Metal-Einflüssen, der auch „Kehrseite der Medaillie“ heißt, beinhaltet.
Am Rande sollte erwähnt werden, dass Herr Davis Shouter einer Band ist, die sich genau dieser Musikrichtung widmet. Um seine musikalische Vielseitigkeit unwiederruflich zu beweisen muss man erwähnen, dass er sich unter dem Synonym D’Shawn auch dem Gesang und Raggae zuwendet. Prinzipiell dürfte also für jeden ein Kuchenstück dabei sein, das auf seine Geschmacksrezeptoren zugeschnitten ist. Damions Stärke liegt dann aber doch eher in der bildlichen und gefühlvollen Art zu rappen, was nicht heißen soll, dass er sich in „härteren“ Passagen nicht behaupten kann, aber um „die Cypher zu fegen“ wäre eine autoritärere Stimme vorteilhaft. Technisch sind seine Raps über Vieles erhaben und gelegentlich gesungene Hooks gehen gut ins Ohr. Was das positive Gesamtbild etwas trübt sind die gelegentlichen Denglish-Anfälle. Dafür bietet die LP definitiv ein paar Tracks mit Ohrwurmpotential wie „Fluchtversuch“, „Bis Dato“ und „Generationswechsel“.
Firmament
Kinder des Zorns – Rap Art War (Buckwheats Music 2004)
So. Da ist es das Debütalbum der Kinder des Zorns, welche aus Abroo, Casper und Seperate (der auch gleichzeitig der Chef des kleinen aber feinen neuen Labels Buckwheats Music ist) bestehen. Das Album ist von Fadee produziert, und schon im erstem Track nach dem Intro kriegt man einen klasse Beat zu hören welcher von durchaus talentierten Rappern unterstützt wird. Der erste Track macht Lust auf mehr, und im Grunde wird man vorläufig nicht enttäuscht durchweg solide produziert und auch guten Rap der vielleicht nicht übermenschlich ist, aber gut ins Ohr geht. Und dann ein Tiefpunkt: was hat das Lied „Ladies“ auf dem Album zu suchen? Na ja, egal nach dem Track gibt's ein Skit und alles pegelt sich wieder ein und es geht weiter wie zuvor.
Auf jeden Fall positiv zu erwähnen ist die Vielseitigkeit des Albums, da geht es mal chillig, mal ein bisschen härter zu, ohne jedoch den Faden zu verlieren. So präsentiert sich ein solides Erstlingswerk welches auf alle Fälle zu empfehlen ist, dennoch kein Hit oder gar chartfähiges Album. Es bleibt abzuwarten was aus der Buckwheats Ecke in Zukunft folgt. Ich bin gespannt ;)
pimpel
Fabolous - Real Talk (2004 Desert Storm)
Fabolous spricht Tacheles ... naja mal wieder.
Das Album is gut produziert, soundet besser als die davor, das wars dann auch schon.
Irgendwie verbraucht sich alles mal, und ich kann Fabs Flow nicht mehr viel abgewinnen.
Sicher, Scott Storch hat ihm ein Brett gebaut und es wurde auch eine Single, sicher er hat mal wieder Nate Dogg und Pharell dabei, sicher Breathe war eine Killer-Lead Single, aber sicher ist auch, das mehr in dem Album wirklich nicht drin steckt.
Erstes Album war noch fresh, wow soviele Doublerhymes, zweites Album war schon bisschen mit bitterem Nachgeschmack, die Singles kamen teils wirklich zu soft, das Street-Mixtape ließ hoffen, Fab burnt noch, nun ist er "richtig" back und es hat sich nicht viel geändert bis auf das Cover.
Mehr Schein als Sein, ich hab auch kein Patentrezept, was Fab braucht damit das nächste Album wieder bangt ... hmm vielleicht doch, was eigenes wäre ganz gut...
FauAhBee
Silkk The Shocker - Based On A True Story (2004 Koch)
Unkraut vergeht nicht.So scheint es auch mit den Soulja's von No Limit Records zu sein.
Nachdem ein mittlere Skandal Master P dazu zwang das Label aufzugeben, kehrte er vor mehr als 3 Jahren mit seinen "New No Limit Soldiers" zurück. Sein kleiner Bruder Silk the Shocker hat nun die zweifelhafte Ehre auf dem Label zu debütieren.
Das erste Album ist es natürlich nicht von Silk, schon 1996 war er schließlich ein "Made Man", sein bestes ist es aber auch nicht.
Mehr als 50 Alben releaste No Limit Records zwischen 1995 und 2000, immer mehr oder weniger mit dopen Beats gespickt, Silk schaffte es jedoch scheinbar sich immer die besseren zu picken. Während es sich dabei meist um Westcoast-influenced Sachen vom Beats by the Pound Team handelten, hielt der Crunk Sound nun auch hier Einzug.
Schlecht machen XL und co ihre Sache nicht, nur manchmal leider etwas eintönig.Im Gegensatz zu seinem Bruder P geht Silk auch mehr in Richtung Underground Head, der Sound bounct manchmal zwar heftig ist aber bis auf die bangende Lead-Single "We like them Girls" mit Petey Pablo kaum clubtauglich.
Rhymetechnisch hat sich Silk scheinbar zurückentwickeln, es bleibt über die Länge von 16 Tracks bei ziemlich simplen Lines ohne jeglichen Punch und leider wird er sogar manchmal von seinen Feature-Partnern übertroffen, zu gute halten kann man ihm das sein Geschrei was zwischendurch immer mal kam, sehr einschränkt, nur fehlt dadurch auch ein Charisma-Punkt.
Na ja, so dolle Mühe gibt sich der Junge nicht, und das obwohl er sich vier Jahre Zeit nahm ... aber er sagt ja "That's just me"
FauAhBee
The Game - The Documentory (2004 Aftermath)
Das Spiel hat begonnen, oder nur eine weitere Runde? "Make Sure the Westcoast is back" -- das tut der gute Game, und das auf eine Art und Weise wie es heftiger nicht sein kann.
Punchline nach Punchline arbeitet sich Game durch alle möglichen Flows und Styles und vergisst dabei nicht seine Roots und vorallem nicht den Flavour in den Tracks, den er nicht nur den unglaublichen Beats von Dr. Dre, Timbaland, Kanye West etc. zu verdanken hat. Hier schießt jemand extrem scharf, mit dem Ziel alles zu eliminieren was das CPT daran hindern könnte wieder durchzustarten. "Westcoast never fell off, I sleep in Compton".
Es wurde im Vorfeld schon viel geredet über das Album, es wurde gelästert, wie eine Platte mit soviel verschiedene Produzenten (vorallem von der Eastcoast) noch nach Westcoast klingen soll. Ob sie das nun tut oder nicht, ist vielleicht Geschmackssache, natürlich ist der gute alte G-Funk ein wenig in den Hintergrund geraten und nur noch auf wenigen Tracks anzufinden, jedoch versprüht jeder Track für sich wieder etwas das an "2001" erinnen lässt, das Album ist von der Tracklist her enorm gut aufgebaut, zwar fehlt etwas der für Dre bekannte rote Faden, aber jeder Track sticht für sich heraus, welches Album hat das heut noch zu bieten!
Auf jedenfall ein must have Album, allein schon wegen der Hit-Singles! Glaubt mir denn Game "can take you higher" ;)
FauAhBee
Turk - Penitentiary Chances (2004 Laboraory)
Hier mal wieder einer dieser Rapper, die das Etikett "Real" wirklich verdienen.
Tab Virgil aka (Young) Turk, Ex-Cash-Money-Hot-Boy, kommt direkt aus dem Knast ins Studio um seine "Penitentiary Chances" zu nutzen.Tut er das wirklich?
Es geht etwas lahm los mit einem von Kenoe (ja richtig, der Ex-Producer des ebenfalls inhaftierten No-Limit Soldiers C-Murder), er macht Promotion und will vielleicht den Flair alter Cash Money-Alben Intros erzeugen, ihm gelingt das nicht mal nur ansatzweise so gut wie Mannie Fresh & B.Atrice. Nachdem man sich hier schon ärgern will gehts aber gleich kräftig los, Turk ist "Raw & Off the Chain" und ripped den A.D. Beat mit einem Flavour der an die gute alte CMR Zeit erinnern lässt.
Der positive Eindruck steigert sich nun von Track zu Track bis man bei Track 8 auf einen Track stößt, der so ähnlich leider schon auf dem Vorgänger Album war. Der neue Beat ist ganz okay, aber reisst es für das Album auch nicht so raus.
Das Ende is wieder ein wenig runtergefahrener, smoothe Beats und ein leider deplatziertes Kenoe-Feature, seine Stimme ergänzt sich Null zu der von Turk, aber was solls.
Nach gerade mal 43 Minuten ist man am Ende dieser "Chance" angekommen und man kann sagen das Turk es ein bisschen besser schon hätte machen können. Jedoch merkt man auch das die Zeit von CMR wohl zu Ende geht, weil sie mit Turk wirklich einen guten Rapper haben gehen lassen. Lyrisch kein Mos Def, aber Stimme und Attitüde...alles schön :) Für Cash Money Fans ist die CD ein muss, ansonsten ganz okay für den Sommer.
FauAhBee
Fler – Neue Deutsche Welle (2005 Aggro Berlin)
Viel ist geredet und gemutmaßt worden über Nazirap und Naziparolen zum promoten des Albums, und so war der Hype um die "NEUE DEUTSCHE WELLE" perfekt und am 2. Mai wurde dann zurückgeschossen. Das Album des jungen Rappers, mit dem Reichsadler als Zeichen stand in den Läden und die "Bombe"
ist eingeschlagen.
Also rein mit dem Skandalalbum und schon gehts los mit derben Synthiebeats und Fler möchte erstmal klarstellen, dass Papa da ist und so wie es anfängt geht es weiter in 17 Tracks und 3 Skits.
Es gibt größtenteils überproduzierte dicke Synthiebeats. Die sind vielleicht böse und krachen, passen aber meist nicht zum Rapper, so dass der Eindruck entsteht, dass Fler doch unter geht gegen die Flut der Beats, die größtenteils sehr derbe Bouncer sind. Vielleicht wäre ein bisschen weniger doch mehr gewesen. Produziert und gemastert ist die Platte erstklassig, was bei AGGRO-Berlin wohl auch zu erwarten war. In den Texten kriegen wir zu hören das Fler der beste ist, viele Frauen kriegt und manchmal auch was für Gangster Fler und seine Homies sind, also nichts neues und leider auch nicht das so oft im Album proklamierte absolute neue Überding, was noch nie dagewesen ist.
Einziges Highlight auf dem Album ist der Track "Abtörn Girl" mit Sido und Harris welches ein recht lustiges Liedchen ist wobei "unsere Lieblingsrapper" deutlich besser sind als Fler.
Und so hinterlässt das Album einen faden Beigeschmack, weil es Rap-technisch und inhaltlich absolut überflüssig ist. Dennoch gibt es eine hohe Chartplatzierung und alle gehn drauf ab, was sicher an den Beats und dem Hype liegt, welcher sehr clever eingefädelt wurde. So werden Menschen, die Rap und HipHop wirklich mögen, einen weiten Bogen um das Album machen, denn "der erste Deutsche der richtig Welle schiebt" tut das wohl, doch auf dem falschem Weg mit einem überbewertetem Hype um schlechten Rap auf guten Beats.
pimpel
Eko Fresh pres. German Dream Allstars (2005 German Dream Entertainment)
Nach ewiger Schmach, Lästereien, Vorwurf des Ausverkaufs startete Eko Fresh mehr oder weniger ein Comeback zu seinen Wurzeln. Auf dem Sampler "Eko Fresh presents German Dream Allstars" stellt er sein Label plus seine Labelkollegen vor, sowie gleichzeitig auch klar, dass sich jene, die sich in der Vergangenheit schnell mit Disses gegen seine Person bedienten auf der Hut sein müssen, da er "wieder wie früher rappe", was er wohl als Drohung verstanden sehen will.
Das Album ist mit 18 Tracks (ein Intro, ein Outro) randvoll gepackt und lässt sich dennoch gut durchhören.
Beat-technisch wird enorme Abwechslung bei Produktion auf höchsten Niveau geboten. Kingsize und Co. machen ihren Job sogar so gut, das man die Ami-Features als vermeintliche Bootlegs betrachten könnte. Inhatlich wird gebattlet was das Zeug hält, "gebraggt" und "geboastet" und auf jedenfall viel gestylt. Alle Trittbrettfahrer haben auf jedenfall wieder viel zum nachahmen was Tripple oder Quadruple-Rhyme-Kombination angeht. Beachtenswert dabei ist, das fast jeder der German Dream Artist mit Eko mithalten kann, lediglich Emily und Capkekz sind ein bisschen hinten ran.
Fazit: Eko Fresh macht Ansagen und betitelt sie so. Diese Compilation ist qualitativ deutlich höher anzusiedeln als viele andere Sampler aus dem Optik & Aggro-Lager. Das Problem besteht lediglich darin das den MCs bis auf Eko das gewisse Charisma fehlt, um ihnen länger zuhören zu wollen. Lediglich ein Track ohne (mehr oder weniger) Eko Fresh kann wirklich überzeugen ("HooD"). Dennoch für alle die Ekos erste EP auf Royalbunker mochten, sehr zu empfehlen, es besteht fast keine Ähnlichkeit zu Releases ala "L.O.V.E." oder "Ich bin jung...", und an alle Hater, hört's euch einfach mal an, es lohnt sich, auch wenns nicht zu lang im Player bleibt.
FauAhBee
Stylerkings – Die Ära beginnt (2005 Offtakt Records)
"Wir hatten ja eigentlich nur 'ne EP geplant" heißt es bei den Stylerkings. Heraus kamen 20 Tracks und fast 77 Minuten Spielzeit -- das muss man alles erstmal hören :-). Patrick 23, Bauer und DJ Shema sind allesamt nicht unbekannt, aber in der Formation Stylerkings liegt nun das Debütalbum der Leipziger vor. Dabei vollbringen die MCs Patrick und Bauer krasse Battle-Sachen ("Spucken") mit Liebes- und Gefühlsgeschichten ("Falling In Love") zu verbinden. Auf den Mund gefallen sind sie nicht, geht es doch teilweise recht derbe zur Sache, aber nicht so direkt auf die "Berliner Art", sondern vielmehr mit einer kleinen Portion Humor. Leider fehlt noch eine Kleinigkeit, um den Hörer über die gesamte Spielzeit bei der Stange zu halten. Dafür ist das Album wohl zu einseitig, bzw. ein, zwei richtige Highlights fehlen. (Dafür gibt es keinen Ausreißer nach unten! Alles ist auf gutem Niveau.)
Das ganze kommt als gepresste CD über Offtakt Records und ist insgesamt qualitativ gut umgesetzt. Das gilt auch vorbehaltlos für die Porduktion. Die Beats kommen von Skala, Maulheld, EV Flash, Tesko, F-Zero, Negundo und Veit Kirsch. Trotz der großen Zahl verschiedener Produzenten, geht instrumental der Faden nicht verloren; das Niveau ist allen gleichermaßen gut. Persönlich gefällt mir "Spucken" von Maulheld am besten.